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6 Browser für mehr Privatsphäre

Weniger Tracking, mehr Privatsphäre: Wir haben sechs Safari-Alternativen für den Mac getestet – und zeigen, welcher Browser Ihre Daten am besten schützt.

Von   Uhr

Diese Browser haben wir getestet:
  • Brave
  • Duckduckgo
  • Epic Privacy Browser
  • Firefox
  • Opera
  • Vivaldi

Während Sie im Internet surfen, surft womöglich jemand anderes mit – Ihr Browser. Er sammelt Informationen über Ihr Surfverhalten und gibt sie an Unternehmen weiter, die Ihnen etwas verkaufen wollen. Falls Sie das stört, brauchen Sie einen auf Privatsphäre ausgerichteten Browser. Statt Ihre Daten als Ware zu behandeln, halten diese Browser Ihren digitalen Fußabdruck so klein wie möglich.

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Aber warum sollten Sie Tracking überhaupt verhindern? Sind personalisierte Werbeanzeigen wirklich ein Problem? Die riesigen Mengen an persönlichen Daten, die Webbrowser sammeln, sind – wie viele Online-Daten – gefährdet, bei einem Datenleck offengelegt zu werden. Bösartige Erweiterungen können solche Daten zudem abgreifen und an unerwünschte Orte senden. Und personalisierte Werbung ist möglicherweise nicht so harmlos, wie Sie denken. Peter Dolanjski, Produktdirektor bei Duckduckgo, bringt es auf den Punkt: „Algorithmen können diese Daten nutzen, um Sie auszunutzen – sei es beim Kauf, in politischen Kampagnen oder durch Preisdiskriminierung.“

Wir haben sechs der beliebtesten datenschutzfreundlichen Webbrowser getestet, die Tracking verhindern und Ihre Daten aus Unternehmensdatenbanken herauszuhalten versuchen. Die Screenshots entstanden hier mit den Standardeinstellungen der Browser, diese lassen sich aber natürlich anpassen.

So haben wir getestet

Ein zentrales Werkzeug bei unserem Test der sechs Browser war die Website „Cover Your Tracks“ unter firstpartysimulator.org. Das Projekt der Electronic Frontier Foundation prüft, ob der jeweils verwendete Browser Tracking-Werbung und unsichtbare Tracker blockiert und ob er den Fingerabdruck Ihres Browsers verbirgt.

Das sollten Sie bedenken

1. Für alle Geräte?

Wir testen hier Mac-Browser – wenn Sie aber Safari oder Chrome den Rücken kehren wollen, interessiert Sie sicher, ob Sie Ihren neuen Lieblingsbrowser auch auf dem iPhone und iPad nutzen können. Das behandeln wir in der Tabelle am Ende.

2. Tracker blockieren

Ein zentrales Kriterium für einen datenschutzfreundlichen Browser ist, ob er Tracking-Werbung und unsichtbare Tracker blockiert. Wir zeigen Ihnen, wie sich jeder getestete Browser in dieser Hinsicht mit den Standardeinstellungen schlägt.

3. Fingerabdruck-Schutz

Tracker nutzen „Fingerprinting“, um Ihren Browser und Ihren Browserverlauf mit Ihrer Person zu verknüpfen. Kann der Browser das verhindern?

4. Bedienkomfort

Wir verraten Ihnen, ob der Umstieg von Safari auf diese Browser angenehm gelingt.

Brave

(Bild: Screenshot)

Brave zählt zu den beliebtesten datenschutzfreundlichen Webbrowsern für den Mac. Der 2016 gestartete Browser basiert auf Googles Chromium-Engine. Während der Einrichtung können Sie Brave als Standardbrowser festlegen und können Lesezeichen und Einstellungen aus einem anderen Browser importieren – allerdings nicht aus Safari.

Websites wirken in Brave angenehm aufgeräumt: Der Browser blockiert Werbung standardmäßig, sodass Inhalte nicht mehr von Anzeigen überladen werden. Sogar Werbung auf Youtube blendet er aus. Brave bringt zudem ein integriertes VPN mit (kostenpflichtig) sowie eine private, unabhängige Suchmaschine.

Im Test blockierte der Browser sowohl Werbe- als auch unsichtbare Tracker zuverlässig und vergab einen zufälligen Fingerabdruck. Insgesamt überzeugt Brave als exzellenter datenschutzfreundlicher Webbrowser.

Preis: kostenfrei
Web: brave.com

+ hält Websites werbefrei
+ vertraut für Safari-Nutzer
+ exzellente Datenschutzfunktionen

- kein Import aus Safari

Note: 1,2

Duckduckgo

(Bild: Screenshot)

Ebenfalls Chromium-basiert, blockiert Duckduckgo automatisch Web-Tracker und stuft unsichere „http“-Verbindungen nach Möglichkeit auf „https“ hoch. Der integrierte Duck Player ermöglicht, Youtube-Videos ohne Werbung und Tracking-Cookies anzusehen, und Duck.ai bietet kostenlosen, anonymisierten Zugang zu KI-Chatmodellen. Der Browser unterstützt jedoch keine Web-Erweiterungen.

Bei der Einrichtung können Sie Duckduckgo als Standardbrowser festlegen, die Datenschutzfunktionen einsehen und Lesezeichen, Passwörter und weitere Daten importieren – auch aus Safari. Beim Aufruf einer Seite blockierte der Browser die Werbung, ließ die Newsletter-Anmeldung sowie Links zu anderen Artikeln jedoch durch. Ein integriertes VPN steht optional gegen Abo-Gebühr zur Verfügung.

Der Browser blockierte sowohl unsichtbare als auch Werbe-Tracker zuverlässig und vergab einen einzigartigen Fingerabdruck.

Preis: kostenfrei
Web: duckduckgo.com

+ gute Datenschutzfunktionen
+ solide Werbeblockierung
+ Import aus Safari

- keine Erweiterungen

Note: 1,7

Epic Privacy Browser

(Bild: Screenshot)

Das Icon erinnert an einen Spülmaschinentab – das wollen wir dem Browser aber nicht anlasten.

Epic ist ein Chromium-basierter Browser von Hidden Reflex, einem Entwickler aus Bangalore, Indien. Er ist einfach zu bedienen und spricht vor allem Nutzer an, die einen datenschutzorientierten Browser wollen, ohne technisch versiert zu sein.

Im Test mit Cover Your Tracks bot Epic Privacy Browser nur teilweisen Schutz vor Werbe- und unsichtbaren Trackern, vergab jedoch einen einzigartigen Fingerabdruck. Werbung wurde nicht direkt ab Werk blockiert – ob das ein Vor- oder Nachteil ist, bleibt Ihnen überlassen. Praktisch ist eine Funktion, die den Text einer Webseite in einer Seitenleiste anzeigt und so das Lesen bei überladenen Seiten erleichtert.

Epic ist ein guter Browser, der privater ist als die meisten anderen, blockiert Tracker aber nicht so zuverlässig wie einige Konkurrenten im Test.

Preis: kostenfrei
Web: epicbrowser.com

+ einfach zu bedienen
+ guter Lese-Modus

- teilweise Tracker-Blockierung
- kein KI-Assistent

Note: 2,2

Firefox

(Bild: Screenshot)

Firefox wird seit über 20 Jahren von der Mozilla Foundation weiterentwickelt und basiert auf Mozillas Gecko-Engine. Er bringt ein integriertes VPN mit 50 Gigabyte kostenlosem Datenvolumen pro Monat mit.

Firefox verfügt über integrierten Datenschutz und blockiert Tracker automatisch. Dabei lässt sich gut nachvollziehen, was im Hintergrund passiert: Ein Klick auf das Schild-Symbol öffnet ein Pop-up, das anzeigt, ob die Verbindung sicher ist, wie viele Tracker auf der aktuellen Website blockiert wurden und gibt Zugriff auf Werkzeuge wie den erweiterten Schutz und die Datenschutzeinstellungen.

Im Test vergab Firefox einen einzigartigen Fingerabdruck, blockierte Tracker aber nur teilweise. Laut Electronic Frontier Foundation (EFF) bietet Firefox einen gewissen Schutz vor Web-Tracking, der jedoch Lücken aufweist. Dennoch bleibt Firefox ein starker Datenschutzbrowser.

Preis: kostenfrei
Web: firefox.com

+ flott und stabil
+ 50 Gigabyte VPN-Datenvolumen/Monat
+ solider KI-Assistent

- teilweise Tracker-Blockierung

Note: 1,9

Opera

(Bild: Screenshot)

Mit einer Entwicklungsgeschichte, die bis 1995 zurückreicht, zählt Opera zu den ältesten noch gepflegten Webbrowsern. In seinem ersten Jahrzehnt war er ein kommerzielles Produkt, seither ist er kostenlos erhältlich. Entwickelt wird er von der gleichnamigen norwegischen Firma, seit 2013 auf Basis der Chromium-Engine.

Laut Hersteller ist Opera „schneller, sicherer und smarter als Standardbrowser“. Er bringt einen integrierten Werbeblocker, ein kostenloses VPN sowie einen KI-Assistenten mit, der in einer Seitenleiste erscheint, sobald Sie auf das KI-Symbol klicken. Opera hält Sie anonym – selbst gegenüber dem Unternehmen selbst. Daten, die Sie freiwillig teilen, werden anonymisiert gespeichert.

Im Test vergab Opera einen einzigartigen Fingerabdruck, blockierte jedoch weder Werbe-Tracker noch unsichtbare Tracker. Wer möchte, kann diese Funktionen in den Einstellungen manuell aktivieren.

Preis: kostenfrei
Web: opera.com

+ kostenloses VPN
+ kostenlose KI im Browser
+ schnell und flüssig

- Blockierung nicht standardmäßig aktiv

Note: 2,5

Vivaldi

(Bild: Screenshot)

Vivaldi ist ein weiterer norwegischer Browser, entwickelt von Vivaldi Technologies. Die erste stabile Version erschien 2016, heute gibt der Hersteller vier Millionen aktive Nutzer an.

Der Browser richtet sich an Power-User, die den Funktionen nachtrauern, die Opera beim Wechsel von der eigenen Presto-Engine zu Chromium verloren hat. Vivaldi will mit Anpassungen an der Chromium-Engine genau diese Funktionen wieder verfügbar machen. Trotz der Ausrichtung auf Power-User finden sich auch normale Websurfer zurecht. Zudem legt Vivaldi großen Wert auf Anpassbarkeit und bringt einen integrierten E-Mail-Client sowie einen Reader für RSS- und Atom-Feeds mit.

Tracker- und Werbeblockierung lassen sich bereits bei der Ersteinrichtung aktivieren. Einmal eingeschaltet, blockierte der Browser sowohl Werbe-Tracker als auch unsichtbare Tracker und vergab einen einzigartigen Fingerabdruck.

Preis: kostenfrei
Web: vivaldi.com

+ perfekt für Power-User
+ inklusive E-Mail-Client
+ RSS- und Atom-Reader

- keine integrierte KI

Note: 1,3

Der Gewinner: Brave

(Bild: Screenshot)

Alle sechs getesteten Browser überzeugen mit hoher Qualität. Enttäuscht dürften Sie mit keinem von ihnen sein, und da der Download nichts kostet, verlieren Sie nichts dabei, mehrere auszuprobieren und zu vergleichen. Wer einen anpassbaren Browser sucht, sollte mit Vivaldi anfangen. Ihm fehlt zwar ein integrierter KI-Assistent, dafür ist sein VPN – anders als bei Brave – kostenlos.

Duckduckgo spricht vor allem Nutzer an, die die gleichnamige Suchmaschine bereits schätzen. Wer keinen auf Googles Chromium-Engine basierenden Browser nutzen möchte, ist mit Firefox gut beraten – einer bewährten und vertrauenswürdigen Lösung. Auch Epic Privacy Browser und Opera bieten kostenlose VPNs und lohnen definitiv einen Blick.

In puncto Datenschutzfunktionen gefällt uns Brave aber am besten. Der Browser ist konsequent auf Privatsphäre ausgerichtet, und seine Shield-Funktion leistet viel, um Tracker zu blockieren und Fingerprinting zu verhindern. Er unterstützt „Global Privacy Control“ – eine Reihe von Web-Technologien, mit denen Sie signalisieren, dass Sie nicht getrackt oder Ihre Daten weiterverkauft haben möchten. Diese Funktion ist standardmäßig aktiviert. Auch die integrierten Sicherheitsfunktionen sind bereits beim Start des Browsers aktiv.

Sven T. Möller // Layouter & Redakteur
Sven T. Möller

Wenn jemand bei der Mac Life Ordnung ins Chaos bringt, dann ist es Sven T. Möller – und das gleich in doppelter Hinsicht. Als Layouter gibt er jeder Ausgabe ihre unverwechselbare Gestalt, als Redakteur sorgt er dafür, dass Apple-Themen mit der nötigen Tiefe behandelt werden. Sven ist seit Mitte der 2000er Jahre an Bord und damit eines der echten Urgesteine des Teams. Smarthome beschäftigt ihn als Eigenheimbesitzer mit besonderer Ernsthaftigkeit – und gelegentlich auch Frustration. Außerdem ist er mit Leidenschaft Musikhörer, wobei „hören“ bei Sven gerne auch als „beschallen“ interpretiert werden darf: Tests etwa für Bluetooth-Lautsprecher verantwortet er, frei nach dem Motto „je größer und lauter, desto besser“. Sven ist Mitbegründer und Co-Host des Apple-Podcasts Schleifenquadrat.

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